Nias – eine eigene Welt

Collectanea Instituti Anthropos 43

Nias – eine eigene Welt. Sagen, Mythen, Überlieferungen, der erste Teil eines auf zwei Bände angelegten Werkes, unternimmt eine Re- und Neuinterpretation alter Mythen aus Nord- und Mittel-Nias. Damit versucht der Autor, Unzulänglichkeiten und Defizite früherer Publikationen zu Religion und Mythen der Niasser zu korrigieren, auszugleichen oder zu beheben.

Drei in der Nias-Literatur bekannte Mythen werden hinterfragt und neu interpretiert. Das Hauptgewicht des –Buches liegt jedoch auf der Edition, Publikation und Interpretation von 13 Mythentexten zur Thematik der Anthropogonie, die der Autor selber aufgezeichnet und übersetzt hat. In seinen Erklärungen und Deutungen folgt Hämmerle eng und einfühlsam den wenigen alten noch lebenden kompetenten niassischen Mythenerzählern. Mit einem so gefundenen möglichst genauen Verständnis der Mythen legt er den Weg frei für ein neues Nias-Verständnis.

Johannes Maria Hämmerle, OFMCap, studierte Philosophie und Theologie und wurde 1968 zum Priester geweiht. Seit 1971 wirkt er als Missionar auf der Insel Nias/Indonesien (in den Orten Gunung Sitoli, Lahewa, Telukdalam, Tögizita). Neben seiner pastoralen Tätigkeit hat er sich in diesen Jahren vielfach als Ethnologe ausgezeichnet. Seit 1981 ist er indonesischer Staatsbürger. 1993 gründete er die staatlich anerkannte Pusaka-Nias-Stiftung.

Johannes Maria Hämmerle: Nias – eine eigene Welt. Sagen, Mythen, Überlieferungen. 407 pp., ill., 1999. ISBN 3-89665-147-1. € 45,–